Die Hölle, das sind die Anderen? Philosophie-Magazin 03/2015

Sartres Aussage wird vom Philosophie-Magazin zu einer Frage umgestellt. Jede_r wer Auto fährt kennt auch den Satz „Das Nervigste auf der Autobahn sind die anderen Autofahrer“. Der Andere ist für uns schon deswegen so ein schwieriges Objekt, weil alles Andere sich uns im Gegensatz zu uns selbst als vollkommen, ganz darstellt, wogegen wir uns selbst immer nur als zerstückelt wahrnehmen können. Lacan hat diese Erkennnis und die daraus entstehenden Probleme zu einem Kernthema seines Denkens gemacht.

Katarina Schröter setzt sich in Ihrem Filmprojekt „The Visitor“ den Anderen aus, indem sie sich stumm an deren Fersen heftet und erfahren muss, dass sie auch so mehr zum Nutzen der Beobachteten als zum Nutzen der Beobachtenden beiträgt.

Im Philosophie-Magazin 03/2015 wird nun das getan, was ich interessant finde, nämlich verschiedene Standpunkte dargestellt. Die Wertungen jedoch sind, nach meinem Gefühl, fehl am Platze. Wenn Fritz Breithaupt zum Beispiel revolutionär behauptet, Sartre wäre von einer dialogischen Welt der Zweierkonstellation ausgegangen, nun aber wäre es wichtig, von Dreierkonstellationen (»wir … sind im Kern triadisch ausgelegte Wesen«) auszugehen, so halte ich das für gelinde gesagt, schwach, angesichts der Vorstellung von Deleuze/Guattari zum Rhizom, also der universellen Vernetzung.

Weitere Artikel beschäftigen sich mit der Toleranz, also dem Ertragen der Andersartigkeit der Anderen und den Gefahren, welche aus dem Leben mit Anderen erwachsen. Lesen!

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